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Die Medizin zeigt ein wachsendes Interesse an der Spiritualität

Die Medizin zeigt ein wachsendes Interesse an der Spiritualität.Dafür gibt es, glaube ich, verschiedene Gründe.

Einer davon ist: Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen, etwa weil sie unheilbar krank sind und damit im Bereich der Palliativ – Medizin oder im Hospiz angekommen sind, stellen sich oft Fragen nach den letzten Dingen.

Anders gesprochen: im Angesicht des Todes wird Spiritualität wieder ein Thema für die Menschen. Hier zeigt die Medizin wieder ein wachsendes Interesse an der Spiritualität
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Sabunnga Thai Massage Regensburg Die Medizin zeigt ein wachsendes Interesse an der Spiritualität

Ärztliches und pflegendes Personal kann das nicht auf Basis einer rein naturwissenschaftlichen Ausbildung angemessen aufgreifen, selbst wenn es mit psychologischen Fertigkeiten ausgestattet sein sollte. Daher ist in der Palliativmedizin der Ruf nach einer Integration spiritueller Thematik als erstes laut geworden.

Man sieht das auch äußerlich daran, dass es in München seit 2010 einen Stiftungslehrstuhl für „Spiritual Care“ gibt, den Professor Borasio eingeworben hat. Von diesem Lehrstuhl wird die Zeitschrift „Spiritual Care“ herausgegeben und eine regelmäßige Tagung zu dem Thema veranstaltet. Ich selbst hatte während meiner Zeit in England einige Jahre die Herausgeberschaft der Zeitschrift „Spirituality and Health International“ inne [6].

All das sind Zeichen, dass ein Thema „gärt“ und an die Oberfläche drängt. So etwas geschieht oft in mehreren Phasen. Das konnte man bei der Meditationsforschung beobachten, einem verwandten Gebiet: erste Studien tauchten in den 70er Jahren auf. Die Reputation wurde aber durch die enge Verquickung von Forschung mit dem sektenartigen Gebaren der „Transzendentalen Meditation“ beschädigt und anschliessend nicht mehr sonderlich ernst genommen. Bis Ende der 80er Jahre durch das Mindfulness-Based-Stress-Reduction (MBSR)-Programm von Jon Kabat-Zinn eine säkulare und damit dogmatisch ungebundene Form von Meditation verfügbar wurde.

Überhaupt scheint mir der Schlüssel für die Integration dieses Themas die Absage an jeglichen Dogmatismus zu sein. Denn da treffen sich Spiritualität, jedenfalls echte Spiritualität, und richtige Wissenschaft.

Wissenschaft ist antidogmatisch, wenn sie sich methodisch und nicht weltanschaulich versteht. Und Spiritualität ist undogmatisch, wenn sie sich auf ihren Kern, nämlich die Erfahrung bezieht, und nicht auf eine kognitive Struktur. Dass sich aus der Erfahrung nachgeordnet kognitive Strukturen – religiöse Riten, Rituale, Glaubenssysteme, Diskurse – ergeben, versteht sich von selbst, weil wir Menschen als Kulturwesen gar nicht anders können als in solchen Strukturen zu operieren. Aber die spirituelle Erfahrung selbst ist dem vorgelagert und daher undogmatisch [7].

Insofern ist nun die Tradition der Aufklärung beim Kern der Religionen angekommen, bei der spirituellen Erfahrung selbst. Es handelt sich dabei um eine ur-menschliche Erfahrung, eine Erfahrung der Verbundenheit mit anderen, mit der Natur – oder mit einem größeren Ganzen, das über die Belange des eigenen Ichs hinausreicht. Und als Erfahrung ist es klarerweise Bestandteil des Lebens, so wie die Erfahrung von Liebe und die Erfahrung von Trauer angesichts des Todes eines geliebten Menschen Bestandteil des Lebens sind. Sie äußern sich kulturell sehr unterschiedlich, aber im Kern ähneln sich diese Erfahrungen wohl bei allen Menschen sehr.

In der Medizin ist das Thema besonders nah an der Oberfläche, weil eben in der Palliativmedizin Menschen versorgt werden, die am Ende ihres Lebens stehen, oder weil Menschen in tiefen Gesundheitskrisen, bei denen es oft um Leben und Tod geht, mit der Begrenztheit ihres Ichs, ihrer Zeit, ihrer Möglichkeiten konfrontiert werden und nicht selten daraus auch eine Chance erwächst.

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Gesundheitskrisen und nahender Tod konfrontieren Menschen mit sich selbst.

Es wäre lohnend zu untersuchen, wie oft sich in einer solchen Krisensituation eine tiefe spirituelle Erfahrung einstellt. Die wenige Forschung, die es dazu gibt, legt das zumindest nahe und lässt vermuten, dass sich mehr Forschung sehr lohnen würde [8]. Interessanterweise hat übrigens eine – mittlerweile klassische – Studie gezeigt, dass eine gute palliative Versorgung von unheilbar kranken Krebspatienten, zu der neben einer ordentlichen Schmerztherapie eben auch Gespräche über spirituelle Themen gehören, nicht nur zu einer Zunahme der Lebensqualität führt, sondern sogar lebensverlängernd wirkt, obwohl keinerlei darauf abzielende Therapie verabreicht wurde [9].

Das alles sind Zeichen, die darauf hindeuten, dass eine tiefergehende Beschäftigung mit Spiritualität im Rahmen der Medizin und der Wissenschaft selbst nützlich sein könnte. Wir haben beispielsweise in einer repräsentativen Umfrage unter deutschen Psychotherapeuten gesehen, dass sich etwa zwei Drittel für das Thema interessieren und finden, dass es sowohl in der Universitätsausbildung als auch in der Zusatzausbildung zu kurz kommt. Und etwa genauso viele Psychotherapeuten sagen sie seien spirituell oder religiös oder beides. Warum? Ganz einfach, weil zwei Drittel von ihnen schon einmal eine bedeutsame spirituelle Erfahrung in ihrem Leben gemacht haben, manche sogar öfter [10].

Wie sollen wir damit umgehen, dass die Wissenschaft sich – als gesellschaftliche Institution – einfach nicht um einen Tatbestand kümmert, der für eine grosse Mehrheit der Menschen von Bedeutung zu sein scheint? Was vermuten wir, geschieht hier?

Ich glaube es ist offensichtlich: Wir haben es mit einem gesellschaftlichen Tabu zu tun – und mit einer, wie ich meine, weltanschaulich-kulturell begründeten und nicht wissenschaftlich-methodisch zu rechtfertigenden Weigerung, sich einer wichtigen Thematik zu stellen. Nicht dass wir uns jetzt falsch verstehen: ich bin keineswegs der Meinung, dass dies zu einer Wiederbelebung alter Strukturen führen sollte, etwa zu klerikal-dogmatischer Dominanz einer kirchlichen Obrigkeit oder zu einem religiösen Fundamentalismus, ganz im Gegenteil.

Ich glaube, die Zukunft dieses Prozesses ist völlig offen, und ich will mich an dieser Stelle auch nicht in Spekulationen verlieren, was am Ende dabei herauskommen wird. Aber eines scheint mir sehr offensichtlich zu sein: die kulturelle Weigerung, sich mit diesem Thema der Spiritualität und der spirituellen Erfahrung zu befassen, führt zu einer Ausgrenzung eines wichtigen Lebensbereiches aus dem öffentlichen, gesellschaftlichen Diskursraum.

Dieser Umstand ist wahrscheinlich auch ein Nährboden für das Erstarken fundamentalistischer Randgruppen, sei es christlicher, islamistischer, hinduistischer oder sonstiger Provenienz. Die können sich dann als die „einzig wahren“ Retter, als Heimat für all jene ausgeben, die sich eben von der „ach so materialistisch durchtränkten westlichen Gesellschaft“ abgestoßen fühlen, weil sie dort mit ihren spirituellen Bedürfnissen und Erfahrungen nicht ausreichend gehört werden.

So bleiben die Menschen mit ihren Erfahrungen und Bedürfnissen mehr oder weniger auf sich gestellt.

Die Erstarkung des Fundamentalismus in allen Religionen hat sicher sehr viele Wurzeln. Eine davon ist die Verunsicherung durch eine komplexer werdende Welt. Eine andere ist der Verfall von Wertegemeinschaften. Nochmal eine andere ist die schiere Übermacht des impliziten Kernwertes einer kapitalistischen Wirtschaft, des Profits. Eine ebenso starke Wurzel scheint mir zu sein, dass wir es zugelassen haben, dass unsere eigene westliche Kultur sich von diesem kapitalistischen Wert Profit übermäßig hat dominieren lassen. Dies konnte nur gelingen, weil wir kollektiv und kulturell Spiritualität als Thema ausgeblendet haben.

Die christlichen Kirchen haben sich auf Ritus und Wort, auf den rechten Glauben und die wahre Lehre zurückgezogen. Die Wissenschaft hat in der Tradition der Aufklärung das gesamte Thema ad acta gelegt.

Und so bleiben die Menschen mit ihren Erfahrungen und Bedürfnissen mehr oder weniger auf sich gestellt. Das ist ein starker Impuls für eine kulturelle Evolution, scheint mir. Und die zeigt sich eben darin, dass das Thema nun allenthalben an die Oberfläche kommt. Es wäre die Aufgabe einer aufgeklärten, offenen Wissenschaftskultur, dies ernst zu nehmen. Leider sind die Dogmatiker in der Wissenschaft genauso stark wie in den Kirchen.

Aber auch hier gilt, was für den Evolutionsprozess der Religion sichtbar geworden ist: die Aufklärung war und ist stärker als jeder Dogmatismus, am Ende jedenfalls. Davor gibt es anscheinend immer Kampf. Ich glaube wir könnten die Kampfphase abkürzen, wenn wir uns auf allen Seiten mit weniger Dogmatismus und mehr pragmatischer Offenheit den Themen stellen, die sich eben zeigen. Genau diese Offenheit ist eigentlich die Haltung der Wissenschaft und der Spiritualität gleichermaßen. Und deshalb ist Medizin und Spiritualität, ja Wissenschaft und Spiritualität kein Widerspruch und keine Zumutung.

Hat Spiritualität etwas in der Medizin zu suchen? Einige Gedanken

Dieses Metaphysikverbot wirkt nach wie ein posthypnotischer Befehl.

Wissenschaft ist ein historischer Prozess.

Die Medizin zeigt ein wachsendes Interesse an der Spiritualität

Mausetot durch Homöopathie!? und der große Killer „Nix“


P.S.: Auch die Kirchen sind mittlerweile aufgewacht und haben verstanden, dass Sie das Thema angehen müssen, was sich in einer ganz ähnlichen Veranstaltung der Thomas

Morus Akademie in Bensberg zeigt.


Prof. Harald Walach

Quellen und Hinweise
[1] Walach, H. (2015, orig. 2011). Spiritualität: Warum wir die Aufklärung weiterführen müssen. Klein Jasedow: Drachen Verlag. Hier finden sich auch die entsprechenden begrifflichen Klärungen, die ich jetzt weglasse.
[2] Diesen Begriff hat meines Wissens Husserl eingeführt, oder auf jeden Fall prominent in seiner Schrift von 1909 (Husserl, E. (1977, orig. 1909). Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Philosophie. Hamburg: Meiner) erläutert. Er meint eine quasi-religiöse Gläubigkeit in die Erklärungs- und Verbesserungskraft naturwissenschaftlicher Analyse und Methode.
[3] Oeser, E. (1988). Das Abenteuer der kollektiven Vernunft. Evolution und Involution der Wissenschaft. Berlin, Hamburg: Parey.
[4] Moberg, D. O., & Brusek, P. M. (1978). Spiritual well-being: a neglected subject in quality of life research. Social Indicators Research, 5, 303-323.
[5] Brady, M., Peterman, A., Fitchett, G., Mo, M., & Cella, D. (1999). A case for including spirituality in quality of life measurement in oncology. Psychooncology, 8, 417-428.
[6] Einige Texte und Editorials aus dieser Zeit beschäftigen sich mit dem Thema und sind frei verfügbar unter http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1002/%28ISSN%291557-0665 :
Walach, H. (2007). Gaining or letting go? Spiritual chauvinism and spirituality (Editorial). Spirituality and Health International 8, 175-179.
Walach, H. (2007). Religion, “religion”, and spirituality (Editorial). Spirituality and Health International 8, 59-63.
Walach, H. (2007). A science of spirituality? (Editorial). Spirituality and Health International 8, 115-120.
Walach, H. (2007). Spirituality, health and science – A roadmap to integration from the desk of the new editor. (Editorial). Spirituality and Health International 8, 1-8.
Walach, H. (2008). Faith, experience, action (Editorial). Spirituality and Health International, 9, 59-63.
Walach, H. (2008). Spaghetti monster and quality control – new religions taking over (editorial). Spirituality and Health International, 9, 1-5.
Das Journal wurde vom Verlag eingestellt, als der Verlag durch eine Verschmelzung mit Blackwell Publisher zu viele Zeitschriftentitel führte und das Portfolio reduzierte. Die Aktivitäten wurden teilweise übergeführt in das „Journal for the Study of Spirituality“ http://www.maneyonline.com/loi/jss
[7] Die Details sind etwas komplex für einen Blog. Wer sich dafür interessiert findet in meinem Spiritualitätsbuch ausführliche Begründungen und Hinweise, sowie weiterführende Belege. Vielleicht so viel: wir sehen an den meisten großen Gestalten der Religionen – durch alle Konfessionen und Zeiten hinweg -, dass eine tiefe Erfahrung dazu führt, dass herrschende Dogmen in Frage gestellt werden und dadurch neue Räume geschaffen werden. Das gilt für den historischen Buddha, für den historischen Jesus, für Mystiker und Propheten des jüdischen Raums, für die großen Heiligen der christlichen Tradition, die häufig auch Stifter neuer Interpretationstraditionen wurden und das sehen wir auch an der Tatsache, dass die mystische Interpretation des Islam, wie ihn Sufi-Orden praktizieren, häufig von der Orthodoxie bekämpft wird.
[8] Kalitzkus, V., & Matthiessen, P. F. (2010). Personal growth in chronic illness – a biographical case study of living with fibromyalgia. Forschende Komplementärmedizin, 17, 203-208. Es gibt natürlich auch innerhalb der Psychotherapieszene, vor allem innerhalb der transpersonalen Psychotherapie, eine lange Tradition psychische Krisen als Wachstumschance zu begreifen. Dies läuft unter dem Titel „Spirituelle Krisen“. Gute Grundlagenliteratur und Zusammenstellung wichtiger Themen findet sich in Büssing, A., & Kohls, N. (Eds.). (2011). Spiritualität transdisziplinär: Wissenschaftliche Grundlagen im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit. Berlin, Heidelberg: Springer.
[9] Temel, J. S., Greer, J. A., Muzikansky, A., Gallagher, E. R., Admane, S., Jackson, V. A., et al. (2010). Early palliative care for patients with meta-static non-small lung cancer. New England Journal of Medicine, 363, 733-742.
[10] Hofmann, L., & Walach, H. (2011). Spirituality and religiosity in psychotherapy – A representative survey among German psychotherapists. Psychotherapy Research, 21, 179-192.

2 Kommentare

  1. Hervorragende Massage!
    Ich war vor einiger Zeit im Urlaub in Thailand
    Nun wollte ich dem Alltagsstress mal wieder entfliehen und fand hier den richtigen Platz
    Man fühlt sich hier wie in Thailand und kann einfach mal abschalten.
    Das Personal ist sehr freundlich und aufgeschlossen
    Immer wieder gerne!

  2. Super Massage, toller Erfolg, besser geht es einfach nicht! 8 Jahre gehe ich nun zur Massage in Regensburg, aber hier gab es richtige Erfolge! Danke!

  3. Pingback: Daniela Schurmann
  4. Pingback: Franco Esposito

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